Hiebeler, Josef
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Josef Hiebeler ist ein österreichischer Falknermeister, Falkenmeister, Greifvogelzüchter und Buchautor. Er ist insbesondere für seine jahrzehntelange Tätigkeit in der Falknerei auf der Burg Hohenwerfen im Land Salzburg sowie für seine Arbeiten über den Steinadler bekannt. Seit 1994 betreibt Hiebeler gemeinsam mit seinen Mitarbeitern die Falknerei auf der Burg Hohenwerfen.[1]
Leben und Wirken
Josef Hiebeler gehört zu den bekannten österreichischen Falknern und beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit der Haltung, Zucht, Ausbildung und dem praktischen Einsatz von Greifvögeln. Einen Schwerpunkt seiner Arbeit bildet der Steinadler, mit dem er sich sowohl unter falknerischen als auch unter zoologischen Gesichtspunkten beschäftigt.
Er war Leiter des Landesfalkenhof Salzburg auf der Burg Hohenwerfen und ist auch als Falknermeister und Ausbilder tätig. Darüber hinaus beschäftigt er sich mit der Zucht verschiedener Greifvogelarten.[2]
Ein weiterer Schwerpunkt seiner Tätigkeit ist die Ausbildung von Falknern. Am Greifvogelzentrum werden unter seiner Leitung unter anderem Fortbildungen zur Handhabung und zum Einjagen von Steinadlern durchgeführt. Voraussetzung für entsprechende Kurse sind falknerische Vorkenntnisse und ein Jagdschein. Zu den Ausbildungsinhalten gehören unter anderem die Bestimmung verschiedener Steinadlerformen, Trainingsmethoden, Jagdtraining mit unterschiedlich alten Adlern, die Handhabung der Vögel im Revier und die Unfallverhütung.[3]
Falknerei auf Burg Hohenwerfen
Ein wesentlicher Teil von Hiebelers Tätigkeit ist mit der historischen Falknerei auf Burg Hohenwerfen verbunden. Seit 1994 werden dort Greifvögel im Rahmen des Falknereibetriebes gehalten und bei Flugvorführungen präsentiert. 2024 wurde das 30-jährige Bestehen der von Hiebeler betriebenen Falknerei auf der Burg begangen.[1]
Bei seiner Arbeit legt Hiebeler besonderen Wert auf einen verantwortungsvollen Umgang mit den Greifvögeln. In einem Porträt über seine Tätigkeit bezeichnete er Gewissenhaftigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Hingabe und Sportlichkeit als wichtige Eigenschaften eines guten Falkners. Besonders beim Umgang mit dem kräftigen Steinadler seien Erfahrung und Verantwortungsbewusstsein erforderlich.[4]
Steinadlerzucht
Neben der praktischen Falknerei widmet sich Hiebeler der Greifvogelzucht. Im von ihm mitgeprägten Steinadlerzentrum werden Steinadler und verschiedene Unterarten gezüchtet, wissenschaftlich beobachtet und für die Falknerei ausgebildet. Auch die Entwicklung moderner Zuchtmethoden gehört zu diesem Tätigkeitsbereich.[5]
Hiebeler hat sich insbesondere mit der Haltung und Ausbildung des Steinadlers als Beizvogel beschäftigt. Der Steinadler stellt aufgrund seiner Körpergröße, Kraft und seines Jagdverhaltens besondere Anforderungen an Haltung, Training und Führung durch den Falkner.
Der Steinadler in der Falknerei
2001 erschien Hiebelers umfangreiches Fachbuch Der Steinadler in der Falknerei. Jagdgefährte – Geographische Verbreitung im Verlag J. Neumann-Neudamm in Melsungen. Das Buch umfasst 299 Seiten und ist reich bebildert. Es verbindet naturkundliche Informationen über den Steinadler mit seiner Bedeutung als Jagdgefährte in der Falknerei.[6]
Das Werk behandelt unter anderem die geografische Verbreitung des Steinadlers und seine Bedeutung für die Adlerbeize. Dabei werden biologische und geografische Aspekte mit Erfahrungen aus der praktischen Falknerei verbunden. Das Buch wird auch in wissenschaftlichen Arbeiten zur Geschichte und Praxis der Adlerbeize als Fachquelle herangezogen.[7]
Österreichischer Falknerbund
Josef Hiebeler ist Landesgruppenleiter des Österreichischen Falknerbundes für Salzburg. Der Verband führt ihn als Ansprechpartner der Landesgruppe Salzburg.[8]
Hiebeler engagiert sich auch in der Ausbildung und fachlichen Weitergabe falknerischer Kenntnisse. Bei Veranstaltungen und Fortbildungen tritt er als Falknermeister und Fachreferent zur Greifvogelkunde und Falknerei auf.[9]
Positionen zur Falknerei
Hiebeler vertritt ein traditionelles Verständnis der Falknerei, bei dem die Beizjagd und die fachgerechte Ausbildung von Greifvögeln im Mittelpunkt stehen. In einer wissenschaftlichen Arbeit zur Falknerei und zum Tierschutz wird er als Befürworter einer verpflichtenden Ausbildung für Falkner und Greifvogelhalter beschrieben. Dort wird außerdem seine kritische Haltung gegenüber kommerziellen Angeboten dargestellt, bei denen unkundige Besucher Greifvögel auf der Faust halten oder fotografieren können.[10]
Werke
- Der Steinadler in der Falknerei. Jagdgefährte – Geografische Verbreitung. Melsungen: J. Neumann-Neudamm, 2001, 299 Seiten, ISBN 978-3-7888-0778-8.[6]
Artikel
- Im Bann des Adlers. Der Alpenkönig herrscht wieder. In: Wild und Hund, 16/2006, S. 18–20
- Die Jagd mit dem Steinadler in der Falknerei. In: Der OÖ Jäger, 2020.[11]
Youtube
- Salzburger Burgen und Schlösser – Falknermeister Josef Hiebeler – Burg Hohenwerfen (abgerufen am 05.11.2022)
Siehe auch
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 Die Falken in Werfen feiern ein Jubiläum Salzburger Nachrichten
- ↑ Die Problematik der Hybridisierung der Hierofalken – am Beispiel des Sakerfalken Jagdwirt
- ↑ Steinadler – Handhabung und Einjagen Greifvogelzentrum
- ↑ Historischer Landesfalkenhof Hohenwerfen SalzburgerLand Magazin
- ↑ Steinadlerzentrum Greifvogelzentrum
- ↑ 6,0 6,1 Der Steinadler in der Falknerei | Josef Hiebeler NJN Media AG
- ↑ Staufisches Kaisertum im 12. Jahrhundert Universität Würzburg
- ↑ Landesgruppenleiter Österreichischer Falknerbund
- ↑ Berufsjägertag Salzburger Jägerschaft
- ↑ Falknerei versus Tierschutz Jagdwirt
- ↑ Der OÖ Jäger, September 2020 Zobodat
Dieser Artikel wurde für die Jagdfibel redaktionell erstellt und anhand der angegebenen Fachliteratur und Quellen bearbeitet.
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