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.50 BMG

Aus der Wissensdatenbank Jagdfibel
.50 Browning Machine Gun (.50 BMG)
Datei:50BMG.jpg
.50 BMG, .510 Allen Mag., .50 Allen Tactical
Wissenschaftlicher Name 12,7 × 99 mm NATO
Alternative Bezeichnungen .50 Browning Machine Gun, 12,7 mm NATO
Allgemeine Informationen
Kaliber 12,7 mm
Hülsenform Randlose Flaschenhülse mit Ausziehrille
Entstanden 1920er-Jahre
Einführung 1921 (als .50 Browning Machine Gun)
Konstrukteur John Moses Browning
Militärische Einführung USA, ab 1921
Mutterhülse 13 × 92 mm Mauser (Entwicklungsvorläufer)
Verwendung Schwere Maschinengewehre, Scharfschützengewehre, Long-Range-Schießen
Maße
Geschossdurchmesser 12,96 mm (.510")
Hülsenlänge 99,20 mm
Gesamtlänge Patrone 138,43 mm
Ø Hülsenschulter 17,53 mm
Ø Hülsenhals 14,22 mm
Ø Patronenboden 20,20 mm
Zündhütchen Boxer Large Rifle Magnum
Drall abhängig von Waffe, meist 1:15" bis 1:18"
Gewichte
Geschossgewicht ca. 42–50 g (650–800 grs)
Patronengewicht ca. 160–190 g
Technische Daten
Geschwindigkeit V0 ca. 850–930 m/s
Energie E0 ca. 15.000–18.000 J
Geschwindigkeit V100 ca. 800–880 m/s
Energie E100 ca. 13.000–16.000 J
max. Gasdruck ca. 420 MPa (4.200 bar)
GEE abhängig von Geschoss und Laborierung

Die 12,7 × 99 mm NATO (auch .50 Browning Machine Gun oder kurz .50 BMG) ist eine der bekanntesten Großkaliberpatronen der Welt. Sie wurde ursprünglich als leistungsstarke Maschinengewehrpatrone für das schwere M2 Browning entwickelt und wird bis heute von zahlreichen Streitkräften verwendet.

Die Entwicklung begann Anfang der 1920er-Jahre unter Leitung von John Moses Browning. Als Vorbild und technischer Ausgangspunkt diente die deutsche 13 × 92 mm Mauser-Patrone, die ursprünglich für das Tankgewehr M1918 gegen gepanzerte Ziele entwickelt worden war. Die amerikanische Entwicklung führte schließlich zur verlängerten und leistungsfähigeren 12,7 × 99 mm Patrone.

Entwicklungsgeschichte

Nach dem Ersten Weltkrieg suchte die US-Armee nach einer Patrone, die sowohl gegen leicht gepanzerte Fahrzeuge als auch gegen Flugzeuge und befestigte Ziele eingesetzt werden konnte.

John Moses Browning entwickelte hierzu gemeinsam mit der US-Armee eine großkalibrige Patrone, die ab 1921 als .50 Browning Machine Gun eingeführt wurde.

Die Patrone wurde vor allem für:

  • schwere Maschinengewehre
  • Flugzeugbewaffnung
  • Fahrzeugbewaffnung
  • Panzerabwehrsysteme der frühen Zeit

eingesetzt.

Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich die .50 BMG von einer reinen Militärpatrone zu einer beliebten Patrone im Bereich des internationalen Long Range Shooting.

Militärische Verwendung

Die .50 BMG wird bis heute in zahlreichen Ländern eingesetzt, insbesondere in:

  • schweren Maschinengewehren wie dem M2 Browning
  • schweren Scharfschützengewehren
  • Beobachtungs- und Präzisionsgewehren
  • Fahrzeug- und Flugzeugbewaffnungen

Durch ihre hohe Geschossenergie ermöglicht sie große Reichweiten und eine erhebliche Durchschlagsleistung.

Sportliche Verwendung

Neben der militärischen Nutzung hat sich die .50 BMG auch im sportlichen Bereich etabliert.

Organisationen wie die Fifty Calibre Shooter Association (FCSA) veranstalten Wettbewerbe auf Entfernungen von:

  • 600 Yards
  • 1000 Yards
  • 2000 Yards
  • 3400 Yards

Dabei stehen Präzision, Ballistik und die Beherrschung äußerer Einflüsse im Mittelpunkt.

Jagdliche Bedeutung

Eine jagdliche Verwendung besitzt die .50 BMG in Deutschland und vielen anderen Ländern praktisch nicht. Aufgrund ihrer hohen Energie, Größe und militärischen Herkunft ist sie für die normale Jagdausübung ungeeignet.

Sie bildet jedoch die Grundlage für zahlreiche Spezialentwicklungen und Wildcat-Patronen, die überwiegend im sportlichen Bereich Verwendung finden.

Ableitungen und Wildcat-Patronen

Aus der .50 BMG entstanden zahlreiche Sonderentwicklungen, unter anderem:

Diese Entwicklungen nutzen die große Hülsenkapazität der .50-BMG-Hülse für Spezialgeschosse und extreme Reichweiten.

Weitere Informationen

Literatur

  • Klups, Norbert: Schussfest. Meopta ZD 10x50 hält dem Kaliber .50 BMG stand. In: Deutsches Waffen Journal, 1/2005, S. 76-78
  • Massaro, Philip: What Your Favorite Rifle Cartridge Says About You, Part II. In: American Hunter, 27.04.2015
  • Wilhelm, Ralph: Der Dampfhammer. Das Grizzly-Gewehr im Kaliber .50 BMG. In: Deutsches Waffen Journal, 1/1998, S. 26-29
  • Zeitler, Roland: Fest auf der .50 BMG. Marktübersicht: Zielfernrohre für Scharfschützen. In: Deutsches Waffen Journal, 8/2003, S. 60-67
  • Zeitler, Roland: Nicht nur für Sniper. Long-Range-Büchsen Steyr in .50 BMG und .460 Steyr. In: Deutsches Waffen Journal, 9/2006, S. 52-57
  • Ammo Brief: Going The Extra Mile With The .50 BMG. In: Gun Digest, 12.11.2020