Universalmuseum Joanneum
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Das Universalmuseum Joanneum wurde 1811 von Erzherzog Johann von Österreich (1782–1859) gemeinsam mit den Ständen der Steiermark Joanneum als „Innerösterreichisches Nationalmuseum“ gegründet. Heute vereinige das "Universalmuseum Joanneum" 19 Museen aus den Bereichen Natur, Technik, Geschichte und Volkskunde.
Gründung und Geschichte
Das Joanneum wurde 1811 von Erzherzog Johann von Steiermark gegründet.
Es war ursprünglich nicht nur ein Museum, sondern auch eine wissenschaftliche Lehr‑ und Forschungseinrichtung („Lehranstalt“), insbesondere im naturwissenschaftlich-technischen Bereich.
1864 wurde das Joanneum zu einer Art technischer Hochschule („k.k. technische Hochschule“) erhoben.
Ab 1887 erfolgte organisatorisch eine Trennung: Das Lehrinstitut wurde zur Technischen Universität Graz, die Sammlungen blieben beim Museum („Landesmuseum Joanneum“).
Zwischen 2010 und 2013 wurden Gebäude gründlich saniert und modernisiert, neue Museumsstandorte konzertiert.
Im Jahr 2003 wurde das Joanneum in eine GmbH umgewandelt, blieb aber im Besitz des Landes Steiermark.
Mission & Struktur
Das Joanneum bezeichnet sich als Universalmuseum: Es deckt Natur, Kunst, Geschichte und Wissenschaft ab.
Laut Mission Statement hat es über 22 Sammlungen und rund 5 Millionen Objekte, verteilt auf viele Standorte in Graz und der Steiermark.
Es betreibt derzeit etwa 20 Museen + 1 Zoo an verschiedenen Standorten, u. a. Graz, Stainz, Trautenfels, Stübing.
Wichtige Sammlungsbereiche
Naturkunde / Wissenschaft: Große naturwissenschaftliche Sammlungen (Botanik, Zoologie, Mineralogie, Paläontologie) mit über 2,1 Millionen Objekten in bestimmten Bereichen.
Archäologie und Geschichte: Sammlungen aus der Steiermark mit archäologischen Funden, Alltagsobjekten und historischen Dokumenten.
Kunst: Historische und moderne Kunst, angewandte Kunst, Design – unter anderem mit einer „Neuen Galerie“ in Graz.
Ethnographie / Volkskunde: Museale Objekte, die das Alltagsleben, Traditionen und regionale Kultur der Steiermark dokumentieren.
Wissenschaftliches & multimediales Zentrum: Es gibt einen Bereich „Multimediale Sammlungen“ für audiovisuelle Medien, Fotoarchive, Zeitgeschichte.
Bedeutung & Rolle
Das Joanneum ist eines der ältesten Museen Österreichs.
Es ist eines der größten universellen Museen Mitteleuropas – sowohl in der Sammlungstiefe als auch in der Anzahl der Standorte.
Als „Universalmuseum“ verbindet es Forschung, Vermittlung, Sammlung und Wissenschaft – ein Ort, an dem Kultur- und Naturgeschichte interdisziplinär gedacht wird.
Das Museum spielt eine große Rolle in der regionalen Identität der Steiermark: Es vermittelt die besondere Geschichte, Natur und Kultur dieser österreichischen Region.
Außerdem ist das Joanneum ein moderner Forschungsstandort: Restaurierung, Provenienzforschung (u.a. in Bezug auf NS-Raubkunst) und wissenschaftliche Sammlungen sind zentrale Aufgaben.
Aktuelle Ausrichtung & Programme
Das Programm 2025 ist sehr vielfältig: Es umfasst Ausstellungen zu regionaler Identität, aber auch zu globalen Themen wie Nachhaltigkeit und Klimawandel.
Vermittlungsformate: Das Joanneum bietet klassische Ausstellungen, aber auch Vermittlung über digitale Medien, Bildung und wissenschaftliche Öffentlichkeitsarbeit.
Das Museum ist nach Ethikrichtlinien von ICOM aktiv und versteht sich als Teil der internationalen Museums‑Community.
Provenienzforschung ist ein wichtiger Fokus: das Joanneum untersucht seine Bestände auf Raubkunst aus der NS‑Zeit.
Standorte (Auswahl)
- Volkskundemeseum, Graz
- Naturkundemuseum, Graz
- Schloss Trautenfels
- Tierwelt Herberstein
- Jagd- und Landwirtschaftsmuseum, Schloss Stainz