Denkmal des Sechsundsechzigenders

Aus Jagdfibel
Version vom 4. Juli 2022, 22:48 Uhr von Volker Seifert (Diskussion | Beiträge)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Denkmal des Sechsundsechzigenders
Foto: Frank Pohlmann

Im Stangenholz in der Gemeinde Briesen/Brandenburg befindet sich direkt neben der holprigen Kopfsteinpflasterstraße zur Schleuse Kersdorf das ca. 4 Meter hohe Denkmal für den Erlegungsort des mittlerweile legendären 66ig Enders. Erstmals 1925 stark beschädigt, dann im zweiten Weltkrieg völlig zerstört, wurde es in den siebziger Jahren neu aufgebaut und 1996 und 2009 jeweils saniert. Oberhalb des schlichten rechteckigen Sockels befindet sich eine farblich abgesetzte stilistischen Darstellung des Hirschgeweihs mit Haupt. Auf der Rückseite ist folgende Inschrift zu lesen:

Diesen Hirsch hat in der Brunftzeit mit eigener Hand geschossen der Durchlauchtigste / Großmächtigste Fürst und Herr / Herr Friedrich der Dritte / Markgraf und Kurfürst zu Brandenburg / im Amte Biegen auf der Jacobsdorfschen Heide / am 18. September anno 1696 / hat gewogen fünf Zentner 35 Pfund / nachdem er schon 3 Wochen geschrien.

Der Brandenburgische Kurfürst Friedrich III (1657-1713), später Friedrich I erlegte in Begleitung des Heidereiters Andreas Siebenbürger im Rahmen einer Jagd den abnormen Rothirschen und ließ 1707 das Denkmal errichten. Die Trophäe wechselte 1727 im Rahmen der Schlichtung einer Streitigkeit zwischen Preußen und Sachsen den Besitzer. August der Starke erhielt für sein Schloss Moritzburg neben vier weiteren Geweihen den 66ig Ender, der sich seitdem im dortigen Monströsensaal befindet.

Autor und Foto: Frank Pohlmann