Wertz, Hermann

Aus Jagdfibel
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Besitz des Spengler-Museums in Sangerhausen
Besitz des Spengler-Museums in Sangerhausen
Besitz des Spengler-Museums in Sangerhausen
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Hermann Wertz (* 1861 in Staupitz; † 1943)

Wertz besuchte die Thomasschule in Leipzig und anschließend das Gymnasium in Sangerhausen. Einer seiner Lehrer war Ewald Gnau, der das Sangerhäuser EUROPA-Rosarium aufbaute. Nach der Reifeprüfung 1887 wandte sich Wertz einer Zolllaufbahn zu. Es folgen berufliche Stationen in Emmerich, an der Mosel und in Köln.

1897 meldete er sich für den Kolonialdienst. Er wurde in die deutsche Kolonie Kamerun mit dem Amtssitz in Douala (zunächst: Kamerunstadt, später: Duala) berufen. Seit 1884 war die Region unter deutsches Protektorat gestellt. Wertz war Zollverwalter, Landesrentmeister und Zollreferent beim dortigen Gouverneur. 1902 fand die Ernennung zum Zolldirektor statt. Amtssitz wurde Buea im Westen Kameruns. Auf eigenen Wunsch wurde Wertz 1912 als Verwaltungsbeamter in die Stadt Bare versetzt, wo er auch die Gerichtsbarkeit über die indigene Bevölkerung hatte. Im darauffolgenden Jahr schied Wertz aus dem Kolonialdienst aus.

Wertz stand im Austausch mit dem damaligen Direktor des Zoologischen Gartens Berlin, Ludwig Heck, und dem stellvertretenden Direktor des Berliner Museums für Naturkunde, Anton Reichenow. Berichte von Wertz über die Kameruner Tierwelt sollen im zoologischen Nachschlagewerk „Brehms Tierleben“ berücksichtigt worden sein. Jedoch exportierte Wertz auch lebende Tiere aus der Kolonie und gab sie an die Zoologischen Gärten von Berlin, Köln oder Dresden weiter. Wertz war Großwildjäger, der Jagdtrophäen sammelte. Nach seiner Rückkehr aus Afrika brachte Wertz diese Trophäensammlung nach Sangerhausen, wo er fortan dauerhaft lebte.