Lancieren

Aus Jagdfibel
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Lancieren (frz. lancer "werfen, schleudern", Verb und Substantiv, das auf lat. lanceare "die Lanze schwingen" zurückgeht) bedeutet, etwas geschickt und weitgehend unbemerkt an eine gewünschte Stelle bringen.

Im Laufe des 18. Jahrhunderts wurde der Begriff in die Waidmannssprache übernommen.

Bei der Parforcejagd ist die Aufgabe des Leithundes das Lancieren des Hochwildes: Der Leithundeführer setzte seinen Hund auf der "kalten" Gesundfährte des Hirsches an, um ihn langsam vom anderen Wild zu trennen. Der Leithund darf dabei nicht laut Jagen.

Unter Lancieren versteht man auch, dass mit dem am Riemen arbeitenden Hund, gezielte Drücken eines einzelnen Stückes aus dem Einstand.

siehe auch: Abscheiden
siehe auch: Leithund
siehe auch: Kaltfährte
siehe auch: Relancieren

Literatur

  • Bose, Carl Adam Heinrich von: Neues allgemein praktisches Wörterbuch der Forst- und Jagdwißenschaft nebst Fischerey. Band 2, 1810, S. 1
  • Günther, J. O. H.: Vollständiges Taschen-Wörterbuch der Jägersprache. Für Jäger und Jagdfreunde. Jena, 1840
  • Gutt, Dietrich: Die Waidmannssprache. Wörterbuch für Jäger, Hundeführer und Falkner. Hannover: Landbuch Verlag, 1977
  • Harling, Gert G. von: Lebendiges Brauchtum. in: ABC der Jagdkultur, Die gegenwärtige deutsche Jagdkultur in Schlagworten, Forum lebendige Jagdkultur (Hrsg.), cw Nordwest Media Verlag, Grevesmühlen 2014, S. 17-45
  • Schulte, Wolfgang: Können Bracken und Wachtelhunde Sauen "lancieren"? In: Deutsche Jagd-Zeitung, 7/2007, S. 44-47
  • Willkomm, Hans-Dieter: Die Weidmannssprache. Begriffe, Wendungen und Bedeutungswandel des weidmännischen Sprachgutes. Berlin: Deutscher Landwirtschaftsverlag, 1990
  • Das Lancieren. Eine fast vergessene Jagdart. In: Jäger, 8/1996, S. 60-61