Hopp Hase

Aus Jagdfibel
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Der Verein Hopp Hase setzt sich dafür ein, dass im Kanton Baselland wieder viele Hasen leben können. Der Feldhasenbestand soll in den Gebieten «Reinacher Ebene», «Laufener Becken» und «Wenslinger Feld» bis 2015 wieder auf mindestens 10 Hasen pro Quadratkilometer anwachsen.

Seine Mitglieder sind Jagd Baselland, der Basellandschaftliche Natur- und Vogelschutzverband (BNV) und Pro Natura Baselland.

siehe auch: Junghasen Projekt
siehe auch: Naturschutzprojekte der Jägerschaft

Zweck & Ziel

  • „Hopp Hase“ ist ein Naturschutzprojekt, das sich speziell dem Feldhasen (Lepus europaeus) widmet.
  • Es wurde 2007 gestartet durch mehrere lokale Träger: u. a. die Jägerschaft von Baselland (regionaler Jagdverband), Pro Natura Baselland und den Basellandschaftlichen Natur- und Vogelschutzverband (BNV).
  • Ziel war es, innerhalb von zehn Jahren zu zeigen, wie Feldhasen in landwirtschaftlich genutzten Flächen wieder gefördert werden können — besonders durch Maßnahmen, die das Überleben von Junghasen verbessern.
  • Das Projekt ist als „lernendes Naturschutzprojekt“ angelegt („adaptive management“): Maßnahmen werden nicht nur umgesetzt, sondern laufend ausgewertet und angepasst.

Herausforderungen & Problematik

  • Der Feldhase ist in vielen Teilen der Schweiz stark rückläufig — insbesondere der Nachwuchs (Junghasen) ist gefährdet.
  • Die Lebensbedingungen sind geprägt von Gefahren wie Landmaschinen (Mähtechnik), Raubtieren (Fuchs, Katzen, Wiesel u. a.), aber auch durch das Fehlen geeigneter Strukturen im Ackerland.
  • Junghasen zeigen ein typisches Verhalten: Sie bleiben fast regungslos, sind sehr gut getarnt, aber auf sich gestellt, weil die Mutter nur selten säugt.

Maßnahmen

Im Rahmen von „Hopp Hase“ wurden verschiedene, wirksame Maßnahmen getestet und umgesetzt:

  • Hasenfreundliche Brachflächen: Es wurden Brachen angelegt, die speziell so gestaltet sind, dass Prädatoren (Raubtiere) weniger effektiv jagen können.
  • Dünner einsätes Getreide: In Versuchsparzellen wurden Saatreihen weiter auseinander gelegt, damit Hasen besseren Zugang haben.
  • Elektrozäune: In manchen Gebieten wurden Zäune eingesetzt, um freilaufende Hunde fernzuhalten, weil diese für Junghasen ein Risiko darstellen.
  • Monitoring: Laufende Kontrolle und Auswertung der Wirkungen — das Projekt war von Anfang an wissenschaftlich begleitet.

Ergebnisse

  • In drei von vier Testgebieten, in denen die Maßnahmen umgesetzt wurden, hat sich der Feldhasenbestand signifikant verbessert (mehr als Verdopplung in einigen Gebieten innerhalb weniger Jahre).
  • Nach zehn Jahren wurde das Projekt „planmässig abgeschlossen“.
  • Die Erkenntnisse aus „Hopp Hase“ wurden in einem Buch dokumentiert: „Feldhasen fördern funktioniert!“ von Darius Weber.
  • Ziel ist, dass erfolgreiche Maßnahmen in bestehende naturschutz- und landwirtschaftspolitische Programme übernommen werden — z. B. in den Katalog der Biodiversitäts-Förderflächen in der Landwirtschaft.

Bedeutung & Einfluss

  • Das Projekt hat gezeigt, dass ein relativ langfristiger, gezielter Naturschutz auch bei einer weit verbreiteten Art wie dem Feldhasen wirksam sein kann, wenn man auf die spezifischen Schwachstellen (insbesondere Junghasensterblichkeit) eingeht.
  • Es war ein Vorbild dafür, wie Naturschützer, Landwirte und Jäger zusammenarbeiten können — also eine kooperative Herangehensweise, nicht nur konfliktorientiert.
  • In Medien und der Öffentlichkeit ist „Hopp Hase“ ein bekanntes Beispiel für erfolgreichen anpassungsfähigen Naturschutz in agrarisch geprägter Landschaft.
  • Durch die Dokumentation und die wissenschaftliche Begleitung soll das Wissen über Hasenschutz auch auf andere Regionen übertragen werden.

Aktueller Status

  • Laut Naturschutzpublikationen hat sich der Verein / das Projekt nach Abschluss der zehnjährigen Laufzeit aufgelöst.
  • Die gewonnenen Erfahrungen sollen weiterhin genutzt werden, um Hasenfördermaßnahmen in die landesweiten Biodiversitätsprogramme zu integrieren.
  • Finanzierung: Das Projekt wurde nicht nur von lokalen Trägern (Jäger, Naturschützer) getragen, sondern auch durch Spenden, Stiftungen und öffentliche Mittel unterstützt.

Projektteam

  • Darius Weber, Wildtierbiologe, Projektleiter
  • Lukas Kohli, Umweltnaturwissenschafter, eidg. diplomierter Landwirt
  • Nicolas Martinez, Biologe

Massnahmen

  • ermuntert die Landwirte, die Jäger und die Naturschützer in den drei Projektgebieten zu Fördermassnahmen für Feldhasen und andere Tiere der Feldflur.
  • berät bei praktischen Massnahmen zum Fördern der Feldhasenbestände und hilft beim Beschaffen der finanziellen Mittel.
  • prüft den Erfolg der einzelnen Massnahmen und zieht aus Erfolgen und Misserfolgen die nötigen Schlüsse für erfolgreiche Feldhasenhege auch in anderen Gebieten.
  • entwickelt und fördert Projekte, die von allen Beteiligten auf freiwilliger Basis ausgehandelt werden.
  • praktische Lösungen für ein Miteinander von moderner Landwirtschaft und Wildtieren entwickeln, testen und umsetzen.
  • ist über den aktuellen Stand der internationalen Feldhasenforschung und über die Massnahmen und Erfolge von zielverwandten Projekten in anderen Ländern im Bild

Weitere Informationen

Literatur