Buchenwald

Aus Jagdfibel
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Rotbuchenwälder sind von Rotbuchen beherrschte Waldbestände. Da die einzige mitteleuropäische Buchenart die Rotbuche (Fagus sylvatica) ist, spricht man zumeist von Buchenwäldern.


Verbreitung

Buchenwälder findet man von Mittel- bis Osteuropa bis zur montanen Stufe. Im Mittelmeerraum kommen sie in der Bergwaldstufe der Gebirge vor. Im osteuropäischen Tiefland werden sie nach und nach durch Eichen-Hainbuchen-Wälder ersetzt. Nach Norden sind Buchenwälder bis Südschweden und Südengland verbreitet, in Norwegen in direkter Meeresnähe bis zu den Lofoten. Die artenreichsten Buchenwälder Europas finden sich im Norden der Balkan-Halbinsel (Kroatien). Bestände mit der östlichen Unterart Orientbuche kommen noch bis auf die Krim-Halbinsel und im Pontischen Gebirge vor.

Buchenwälder können in den Süd- und Südostalpen die natürliche Baumgrenze bilden und hier bis über 1800 Meter Höhe wachsen. In Mitteleuropa und in den Nordalpen werden sie ab etwa 800 bis 1000 Meter Höhe von Nadelbaumarten, vor allem der Fichte, abgelöst.

Gliederung der Rotbuchenwälder

Moder-Buchenwälder

Der Unterverband des Luzulo-Fagenion wächst auf bodensauren, basenarmen Standorten mit der Humusform „Moder“, die sich durch Auflagen nur schwach zersetzter Pflanzenstreu auf der Bodenoberfläche auszeichnet. Bodensaure Buchenwälder sind meist arm an Unterwuchsarten, die vorkommenden Arten kommen fast alle auch in anderen bodensauren Waldtypen vor. Moderbuchenwälder wachsen auch auf Böden, deren Säuregehalt so hoch ist, dass die Toleranzgrenze der Rotbuche erreicht ist. Charakterarten sind Weißliche Hainsimse (Luzula luzuloides), Differentialarten sind Draht-Schmiele (Deschampsia flexuosa) und Heidelbeere (Vaccinium myrtillus).

Artenarmer Moderbuchenwald

Hainsimsen-Buchenwald

Mull-Buchenwälder

Mit abnehmendem Säuregehalt des Bodens gehen die Moder-Buchenwälder in Waldtypen über, die den Unterverband der Mull-Buchenwälder (Galio odorati-Fagetum) bilden. Humusform ist hier „Mull“, bei welchem die Blattstreu und die anderen organischen Reste durch Regenwürmer in den Boden eingearbeitet sind und deshalb im Sommerhalbjahr nicht als Auflage auf der Bodenoberfläche liegen. Der Mull-Buchenwald steht in der Mitte zwischen den Ausprägungsformen der extremeren Standorte, er hat deshalb wenig eigene Differential- und Charakterarten.

Waldmeister-Buchenwald

Waldgersten-Buchenwald

Trockenhang-Kalkbuchenwälder

Sie kommen auf nur flachgründigen, kalkhaltigen Böden, meist an steilen Hängen, vor. Vom Waldgersten-Buchenwald unterscheiden sie sich durch die größere Bodentrockenheit. Im Flachland fehlen sie ganz. Viele Arten, die auf diesen speziellen Buchenwaldtyp angewiesen sind, sind stark gefährdet.

Seggen-Buchenwald

Blaugras-Buchenwald

Nationalparks in Deutschland mit Buchenwälder

  • Nationalpark Hainich – Kalk-Buchenwälder
  • Nationalpark Kellerwald-Edersee – Hainsimsen-Buchenwälder
  • Nationalpark Eifel – Hainsimsen-Buchenwälder

Weitere Informationen