Aasjäger

Aus Jagdfibel
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Aasjäger, auch Küchenjäger, Afterjäger, Schinder, Schießer genannt, bezeichnete ursprünglich einen Jäger, der unwaidmännisch und ohne Hege, nur um des Wildbrets wegen jagt.

Hartig (1836) führt dazu aus: Derjenige, welcher viel Wild zu Holz schießt, weil er mit keinem tüchtigen Schweißhunde versehen ist, oder auch derjenige, welcher Mutterwild in der Setz- und Brutzeit erlegt, auch Alles ohne Unterschied tötet, was ihm vor das Gewehr kommt, und derjenige, welcher die Jagd überhaupt und in jeder Hinsicht unwaidmännisch betreibt, der wird mit der Benennung Aasjäger belegt.

Willkomm weist daruf hin: "Von den genannten Ausdrücken lassen Aasjäger, Afterjäger und Schinder ihren unmittelbaren Sinn nicht erkennen. Das Bestimmungswort Aas in der Bedeutung >Speise< bezeichnet einen Jäger, der nur um des Wildbrets willen jagt. After- hat in dieser Zusammensetzung den Sinn von >schlecht, gering<, und Afterjäger bedeutet so viel wie schlechter Jäger. Das Wort Schinder besitzt den Gehalt von >ausbeuten< und benennt einen Jäger, der die Jagd nicht nach hegerischen Gesichtspunkten ausübt, sondern vom unmittelbaren Wildbretertrag" (S. 21).

Heute werden diese Differenzierungen nicht mehr so vorgenommen und die Begriffe werden generell verwendet als abwertende Bezeichnung für einen Jäger der nicht waidgerecht jagt.

siehe auch: Aasjagd
siehe auch: Abatis
siehe auch: Böhnhase

Literatur

  • Günther, J. O. H.: Vollständiges Taschen-Wörterbuch der Jägersprache. Für Jäger und Jagdfreunde. Jena, 1840
  • Hartig, Georg Ludwig: Lexikon für Jäger und Jagdfreunde oder waidmännisches Conversations-Lexikon, 1836. Zweite vielfach vermehrte und verbesserte Auflage herausgegeben von Dr. Theodor Hartig. Mit sieben lithographirten Tafeln, nach der Natur gezeichnet von Robert Hartig. Berlin, Nicolaische Verlagsbuchhandlung. (G. Parthey.) 1861.
  • Willkomm, Hans-Dieter: Die Weidmannssprache. Begriffe, Wendungen und Bedeutungswandel des weidmännischen Sprachgutes. Berlin: Deutscher Landwirtschaftsverlag, 1990, 2. Aufl. 2000