Leupold & Stevens
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Leupold & Stevens, Inc., amerikanischer Hersteller von Zielfernrohren, Ferngläsern, Spektiven, Rotpunktvisieren und weiterem optischem Zubehör mit Sitz in Beaverton, Oregon. Das Unternehmen ist ein Familienunternehmen und produziert seine Zielfernrohre und zahlreiche weitere optische Produkte in den Vereinigten Staaten.
Das Unternehmen wurde 1907 von dem deutschstämmigen Einwanderer Fred Leupold und seinem Schwager Adam Voepel in Portland, Oregon, zunächst als Reparaturbetrieb für Vermessungsgeräte gegründet. 1914 wurde der Ingenieur und Erfinder John Cyprian Stevens Teilhaber. Das Unternehmen entwickelte neben Vermessungsgeräten insbesondere Instrumente zur Messung und Aufzeichnung von Wasserständen. 1942 erhielt die Firma ihren heutigen Namen Leupold & Stevens.
Nach dem Zweiten Weltkrieg verlagerte sich der Schwerpunkt des Unternehmens zunehmend auf die Sportoptik. 1947 stellte Leupold & Stevens mit dem Plainsman sein erstes Zielfernrohr vor. Es war nach Angaben des Unternehmens das erste in den USA gefertigte wirklich wasserdichte und beschlagfreie Zielfernrohr. Die Erfahrungen aus der militärischen Optikentwicklung während des Zweiten Weltkriegs spielten dabei eine wichtige Rolle.
Geschichte
- 1907 Gründung der Firma Leupold & Voepel durch Fred Leupold und Adam Voepel in Portland, Oregon. Das Unternehmen beschäftigt sich zunächst mit der Reparatur und Herstellung von Vermessungsgeräten.
- 1914 John Cyprian Stevens wird Teilhaber. Das Unternehmen firmiert als Leupold, Voepel & Company.
- 1937 Einführung des Telemark-Wasserstandsmessers, der die Übertragung von Messwerten über Telefonleitungen ermöglicht.
- 1939 Robert Stevens, Sohn von J. C. Stevens, tritt in das Unternehmen ein.
- 1942 das Unternehmen erhält den Namen Leupold & Stevens.
- 1944 Firmengründer Fred Leupold stirbt. Sein Sohn Norbert Leupold tritt in das Unternehmen ein.
- 1947 Leupold & Stevens stellt mit dem Plainsman sein erstes Zielfernrohr vor. Das mit Stickstoff gefüllte Zielfernrohr soll ein Beschlagen der Linsen verhindern.
- 1953 Jack Slack tritt in das Unternehmen ein und wird später maßgeblich an der Entwicklung der Sportoptik beteiligt.
- 1957 Leupold erweitert das Programm der Outdoor- und Sportoptik.
- 1962 Einführung des bis heute bekannten Duplex-Absehens.
- 1968 Marcus Leupold scheidet aus der Unternehmensleitung aus. Norbert Leupold übernimmt die Leitung. Im gleichen Jahr bezieht Leupold & Stevens den neuen Unternehmenssitz und das Fertigungswerk in Beaverton, Oregon.
- 1969 Leupold & Stevens übernimmt eine Beteiligung an Nosler. Durch die Beteiligung kann Nosler unter anderem in die Entwicklung des Impact-Extrusion-Verfahrens investieren.
- 1970 das Impact-Extrusion-Verfahren wird bei Nosler für die Herstellung des Nosler Partition eingesetzt.
- 1974 Leupold & Stevens führt ein leichtes Zielfernrohr mit hoher Vergrößerung für das Zielschießen ein.
- 1978 Einführung einer Baureihe kompakter Zielfernrohre.
- 1980er Leupold beginnt mit der Entwicklung und Herstellung von Kurzwaffenzielfernrohren.
- 1982 das Unternehmen bietet eine umfangreiche Produktpalette mit rund 30 Zielfernrohrmodellen an und beschäftigt mehr als 500 Mitarbeiter.
- 1985 Einstieg in den Bereich der Militär- und Behördenoptik. Leupold liefert erstmals Zielfernrohre an das US-Militär.
- 1986 Vorstellung eines kompakten, wasserdichten Dachkant-Spektivs.
- 1988 Leupold & Stevens veräußert seine Beteiligung an Nosler. Nosler kehrt damit vollständig in Familienbesitz zurück.
- 1992 die Fertigung der Leupold Golden Ring-Ferngläser wird wieder in den USA aufgenommen.
- 1993 Vorstellung eines variablen, wasserdichten Spektivs mit 12- bis 40-facher Vergrößerung.
- 1998 Einführung der Zielfernrohrreihe VX-III.
- 2000 Einführung beleuchteter Absehen.
- 2002 Einführung der Zielfernrohre VX-I, VX-II und Mark 4 CQ/T.
- 2005 Einführung des Zubehörsystems Alumina.
- 2006 Einführung des Zielfernrohrs VX-L.
- 2007 Leupold & Stevens feiert sein 100-jähriges Bestehen.
- 2010 Leupold erweitert seine Aktivitäten im Bereich Ballistiksoftware und Entfernungsmessung.
- 2018 Leupold & Stevens produziert mehr Zielfernrohre als in jedem vorhergehenden Jahr der Unternehmensgeschichte. Das Unternehmen beschäftigt zu diesem Zeitpunkt mehr als 700 Mitarbeiter.
- 2020er Leupold baut seine Produktlinien für Jagd, Sport, Militär und Behörden weiter aus.
- 2026 Leupold & Stevens produziert weiterhin Zielfernrohre und weitere optische Produkte am Unternehmensstandort in Beaverton, Oregon.
Entwicklung der Zielfernrohre
Die Entwicklung der Zielfernrohre begann bei Leupold & Stevens nach dem Zweiten Weltkrieg. Einen wesentlichen Anstoß gab ein Jagderlebnis von Marcus Leupold, bei dem sein Zielfernrohr aufgrund von Beschlag versagte. Daraufhin entwickelte er ein eigenes, gegen Beschlagen geschütztes Zielfernrohr. 1947 wurde der Plainsman vorgestellt.
Die von Leupold entwickelte Technik beruhte unter anderem auf der Entfernung der Luft aus dem Inneren des Zielfernrohrs und der Füllung mit Stickstoff. Dadurch sollte verhindert werden, dass sich bei Temperaturänderungen Feuchtigkeit im Inneren des Zielfernrohrs niederschlägt. Dieses Prinzip wurde zu einem wichtigen Merkmal moderner wasserdichter und beschlagfreier Zielfernrohre.
1962 stellte Leupold das Duplex-Absehen vor. Das Absehen besitzt im mittleren Bereich feine Linien und nach außen stärker werdende Balken. Die Konstruktion sollte eine schnelle Zielerfassung ermöglichen und sich auch bei schwachem Licht und vor dunklem Hintergrund deutlich abheben. Das Duplex-Absehen wurde zu einer der bekanntesten Entwicklungen des Unternehmens.
Militär- und Behördenoptik
Neben der Jagd- und Sportoptik entwickelte Leupold & Stevens Zielfernrohre für militärische und behördliche Anwendungen. Seit den 1980er Jahren gehört die Entwicklung von taktischen Zielfernrohren zum Unternehmensprogramm.
Die Zusammenarbeit mit dem US-Militär führte unter anderem zur Entwicklung spezieller Zielfernrohre, die gegenüber klassischen Jagdzielfernrohren stärker auf Robustheit und militärische Anforderungen ausgerichtet sind. Aus dieser Entwicklung ging unter anderem die spätere Mark-Baureihe hervor.
Verbindung zu Nosler
Eine besondere Bedeutung für die Geschichte von Nosler Partition Bullet Company hatte die Beteiligung von Leupold & Stevens im Jahr 1969. Leupold & Stevens erwarb damals einen Anteil an Nosler Bullets, Inc. Die dadurch bereitgestellten finanziellen Möglichkeiten ermöglichten Nosler Investitionen in die Entwicklung und Einführung des Impact-Extrusion-Verfahrens.
1970 wurde das Verfahren erstmals bei der Herstellung des Nosler Partition eingesetzt. Es bildete später eine wichtige Grundlage für weitere Nosler-Geschosse. 1988 kehrte Nosler vollständig in Familienbesitz zurück und beendete damit die Beteiligung von Leupold & Stevens.
Produkte
Zielfernrohre
- Leupold Plainsman
- Leupold VX
- Leupold VX-Freedom
- Leupold VX-3
- Leupold VX-5HD
- Leupold VX-6HD
- Leupold Mark 3
- Leupold Mark 4
- Leupold Mark 5HD
- Leupold Mark 6
- Leupold Mark 8
Weitere Optik
- Ferngläser
- Spektive
- Rotpunktvisiere
- Entfernungsmesser
- Nachtsichttechnik
- optisches Zubehör
Unternehmensstandort
Der Unternehmenssitz befindet sich in Beaverton, Oregon. Leupold & Stevens fertigt dort seine Zielfernrohre; nach Angaben des Unternehmens werden Zielfernrohre und Rotpunktvisiere dort entwickelt, bearbeitet und montiert.
Das Unternehmen bezeichnet sich weiterhin als familiengeführt. 2026 beschäftigt Leupold & Stevens nach eigenen Angaben mehrere hundert Mitarbeiter und führt die Produktion optischer Geräte in Oregon fort.
Siehe auch
Weitere Informationen
Dieser Artikel wurde für die Jagdfibel redaktionell erstellt und anhand der angegebenen Fachliteratur und Quellen bearbeitet.
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