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Jagdhund

Aus der Wissensdatenbank Jagdfibel
(Weitergeleitet von Jagdhunde)

Jagdhunderassen sind speziell für die Unterstützung des Menschen bei der Jagd gezüchtete Hunderassen. Ihre Entwicklung erfolgte über Jahrhunderte durch gezielte Auswahl und Zucht auf bestimmte jagdliche Eigenschaften wie Nase, Wildschärfe, Führigkeit, Ausdauer, Wesensfestigkeit und Arbeitsfreude.

Der Einsatz von Jagdhunden gehört zu den ältesten Formen der Zusammenarbeit zwischen Mensch und Tier. Bereits frühe Jagdkulturen nutzten Hunde zum Aufspüren, Verfolgen, Stellen und Bergen von Wild. Durch unterschiedliche Jagdformen und Lebensräume entstanden im Laufe der Zeit spezialisierte Rassen mit verschiedenen Arbeitsschwerpunkten.

Neben der jagdlichen Leistungsfähigkeit spielen heute auch Gesundheit, Wesen, Sozialverträglichkeit und eine artgerechte Haltung eine wichtige Rolle bei der Zucht und Auswahl von Jagdhunden.

Unterscheidung der Jagdhunderassen nach Aufgabengebiet

Heute werden (historisch übernommen) vom Jagdgebrauchshundwesen die Jagdhunderassen nach ihren ursprünglichen Aufgabengebieten unterschieden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass viele Rassen aufgrund ihrer vielseitigen Anlagen mehrere Arbeitsbereiche abdecken können.

Unterschieden werden:

zum Auffinden und Anzeigen von Federwild und Haarwild
zur Nachsuche auf verletztes Schalenwild
zum Aufspüren und Beunruhigen von Wild in dichtem Bewuchs
zur Arbeit unter der Erde bei Fuchs und Dachs
zum selbstständigen Verfolgen und Stellen von Wild
zum Finden und Bringen von erlegtem Wild

Berücksichtigung finden innerhalb dieser Gruppen insbesondere die vom Jagdgebrauchshundverband (JGHV) anerkannten Rassen und Schläge.

Anforderungen an Jagdhunde

Ein leistungsfähiger Jagdhund muss je nach Einsatzgebiet über unterschiedliche Eigenschaften verfügen:

  • eine ausgeprägte Nasenleistung
  • körperliche Ausdauer und Belastbarkeit
  • Wildschärfe und Jagdverstand
  • Führigkeit und Kooperationsbereitschaft
  • Nervenstärke und Ruhe am Wild
  • Schussfestigkeit
  • Wasserfreude und Bringtreue
  • ein ausgeprägtes Sozialverhalten

Die Ausbildung eines Jagdhundes erfolgt über die Verbindung von genetischen Anlagen, frühzeitiger Prägung, konsequenter Erziehung und gezieltem Training. Prüfungen des JGHV dienen dazu, die jagdlichen Anlagen und Leistungen der Hunde zu beurteilen und die Zucht auf leistungsfähige Gebrauchshunde sicherzustellen.

Auswahl eines Jagdhundes

Die Wahl der geeigneten Rasse richtet sich nach:

  • der bevorzugten Jagdart,
  • dem vorhandenen Revier,
  • der Wildart,
  • der persönlichen jagdlichen Erfahrung,
  • den zeitlichen Möglichkeiten zur Ausbildung und Beschäftigung.

Ein Jagdhund ist kein reines Hilfsmittel, sondern ein hoch spezialisiertes Arbeitstier und zugleich ein enger Partner des Jägers.

siehe auch: Hundekauf
siehe auch: Jagdgebrauchshund
siehe auch: Jagdgebrauchshundeverband
siehe auch: Kynologie
siehe auch: Windhund
siehe auch: Zucht

Weitere Informationen

Literatur

Der neue Maßstab beim Hundefutter
Der neue Maßstab beim Hundefutter