Dohne
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Dohnen, auch Donen, Thonen, Maschen, Schleifen, Fangschleifen, Schneuß, Geschneide oder Gericht genannt, waren Schlingen aus Pferdehaar der Mähne oder des Schweifs zum Vogelfang, insbesondere zum Fang von Drosseln (Krammetsvögeln).
Die aus mehreren miteinander verdrillten Pferdehaaren gefertigten Schlingen nutzten die natürliche Elastizität des Materials. Beim Durchschlüpfen eines Vogels zog sich die Schleife zusammen und hielt das Tier fest. Als Lock- und Ködermittel wurden vor allem Vogelbeeren verwendet.
Man unterschied zwischen:
Das Recht, Dohnen aufzustellen, wurde als Dohnenfang bezeichnet.
Das Aufstellen zahlreicher Dohnen in einer Reihe nannte man Dohnensteig, Dohnenschneise oder Dohnenstrich. Diese Fangplätze wurden bevorzugt an alten Waldwegen, Schneisen oder natürlichen Zugwegen der Vögel angelegt. Die Hauptfangzeit lag von Ende September bis Ende Oktober während des Herbstzuges.
Die Betreuung eines Dohnensteiges erforderte regelmäßige Kontrolle. Die gefangenen Vögel mussten entnommen, beschädigte Schlingen ersetzt und die mit Beeren bestückten Dohnen erneut hergerichtet werden.
Krünitz beschreibt die Herstellung und Anwendung von Dohnen ausführlich:
"Die Dohnen verfertigt man aus Pferdehaaren ... Mehr sind aber die Hängedohnen im Gebrauche, in denen man vorzüglich alle Arten von Drosseln fängt."
(Quelle: Krünitz, Johann Georg: Oekonomische Encyklopädie, Band 227, S. 94 ff.)
Der Fang mit Dohnen war über Jahrhunderte Bestandteil der traditionellen Jagd und des ländlichen Nahrungserwerbs. Besonders der Fang von Krammetsvögeln hatte in verschiedenen Regionen wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung.
Mit dem Aufkommen moderner Naturschutzbestimmungen und dem Schutz der Singvögel wurde der Fang mit Dohnen zunehmend eingeschränkt. In Deutschland wurde der Vogelfang mit Dohnen 1908 endgültig verboten.
Heute besitzen Dohnen vor allem eine jagd- und kulturgeschichtliche Bedeutung und werden in historischen Darstellungen der Vogelstellerei gezeigt.
- siehe auch: Ausbeeren
- siehe auch: Bodengericht
- siehe auch: Dohnenfang
- siehe auch: Dohnensteig
- siehe auch: Hochgericht
- siehe auch: Krammetsvogel
- siehe auch: Leimrute
- siehe auch: Sprenkel
- siehe auch: Vogelfang
- siehe auch: Vogelherd
- siehe auch: Vogelleim
Literatur
- Brehm, Christian Ludwig: Der Vogelfang. Leipzig: Baumgärtner, 1836.
- Günther, J. O. H.: Vollständiges Taschen-Wörterbuch der Jägersprache. Jena, 1840.
- Heppe, Christian Wilhelm von: Einheimischer und ausländischer wohlredender Jäger. Regensburg, 1763, S. 92.
- Krafft, Hans Werner: "Die Drossel macht sich ihr Unglück selbst". Vogelfang in alter Zeit. In: Wild und Hund, 8/1997, S. 82–83.
- Krünitz, Johann Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats-, Stadt-, Haus- und Landwirthschaft. 242 Bände. Berlin, 1773–1858.
- Stix, Erika: Delikat. Krammetsvögel – von der Dohne in den Garten. In: Wild und Hund, 22/1999, S. 86–87.